Die
Kleinstadt Lillehammer liegt am Nordende des grössten Binnengewässers
in Norwegen, der Mjøsa. Die Kleinstadt, in der heute knapp 25.000
Einwohner lebten, bekam am 07. August 1827 seine Kaufmannsrechte. Damals
wohnten hier knapp 50 Personen. Bereits nach 2 Jahren war die Zahl
auf 360 gestiegen. 40 neue Grundstücke rund um den Hammer-Hof
, heute bekannt als Langnesgate und Mathisensgate waren bebaut worden.
Rund um den Hammer Gård finden wir die wichtigsten Verkehrsadern
der damaligen Zeit; den ”Trondheimischen Hauptverkehrsweg” und
die Strasse zum Fähranleger. Auch der alte Marktplatz und die
Kirche befinden sich hier. Viele der alten Häuser hier sind über
150 Jahre alt und bis heute fast unverändert geblieben. Warscheinlich
war der Ort schon zur Eisenzeit bewohnt. Um 1800 war der Marktplatz
rund um den Hammer Gård weit über die Grenzen hinaus bekannt.
Bereits in der Sage von Håkon aus dem Jahre 1390 wird der Name
Lthlæ Hamars kirku garde erwähnt.
Der Hammer Gård kann auf lange Traditionen von Reisenden zurückblicken,
warscheinlich besuchten auch die beiden Birkebeiner Torstein Skjelva
und Skjervald Skrukka mit dem Königssohn Håkon rund um 1205
diesen Ort, bevor sie ihre Reise ins benachtbarte Østerdalen
fortsetzten. Auf dieses Ereignis beruht die Durchführung für
das heutige bekannte Birkebeineren-Skirennen, zwischen Lillehammer
und Rena im Østertal zurück zu führen, welches jährlich
im März stattfindet.
Viele verschiedene Besitzer bewohnten den Hammer Gård mit seiner
lebhaften Geschichte im Laufe der Zeit. Die Gemeinde von Lillehammer
kaufte den Hof 1850 – nutzte ihn zunächst als Schule, ab
1870 als Armenhaus, ab 1905 als Wohnhaus für normale Arbeiter,
ab 1927 als Malereisammlung – nachdem Einar Lunde der Stadt seine
privaten Sammlungen mit Malereien der Stadt Lillehammer vermacht hatte.
Die Sammlungen waren hier fast 30 Jahre untergebracht. Heute wird das
Gebäude von Kunsthandwerkern genutzt.
Rund um den Hammer Gård liegt auch die Kirche von Lillehammer.
Die heutige Kirche wurde 1881 eingeweiht, der Architekt Hendrik Thrap-Meyer
liess die Kirche im neugotischen Stil erbauen. Die alte Kreuzkirche,
die 1881 abgerissen wurde, stand etwas weiter westlich, als die heutige
Kirche.Die Altartafel wurde von dem Fåberger Sigvard Guttormsen
gestaltet.
Lillehammer und die Kunst
Kunstmuseum Lillehammer
Im Jahre 1963 zog die Malereiensammlung vom Hammer Gård in das
Gebäude von Erling Viksøs am Stortorget, dem heutigen Kino-
und Kunstgebäude. 1994 wurde der Flügel komplett umgebaut
und kombiniert, nach Zeichnungen des Architekten Snøhetta Arkitektur & Landskap
AS. Heute zählt das Kunstmuseum von Lillehammer zu den bedeutesten
Kunstmuseen im Lande, mit speziellen wichtigen repräsentativen
Werken aus den Jahren 1820 – 1930. Am Lilletorget steht ein Denkmal
des Kaufmanns Ludwig Wiese, der Bürgermeister und Mann für
alles in Lillehammer in den ersten schwierigen Jahren der Stadt war.
Das Denkmal wurde von Rolf Lunde gestaltet, einem bekannten Bildhauer
aus der Künstlerkolonie in Lillehammer, Anfang des 1800 Jahrhunderts,
wurde während des 100 Jahr Jubiläums der Stad tim Jahre 1927
enthüllt. Andere Bekannte Namen, die man mit Lillehammer verbindet,
sind die Künstler Fredrik Collet, Magarethe und Erik Vullum, Erik
Werenskiold, Fritz Thaulow, Alf Lundby, Hermann, Wildenez, Hendrikk
Sørensen.
Die Reise eines Königssohnes über das Gebirge um 1206 – Die
Geschichte der Birkebeineren
Birkebeiner
Um 1100 – 1200 gab es unterschiedliche Gruppierungen, die auf
die Macht des Königs auswaren und um den Einfluss auf die Bevölkerung
kämpften. Im Herbst 1203 lernte der König Håkon Sverresson
die schöne Inga aus Varteig in Sarpsborg kennen. Sie bekam im
Jahre 1204 ein Kind auf dem Hof Folkenberg in Eidsberg. Dieses Kind
sollte die Nachfolge des Königs von Trondheim antreten. Håkon
wuchs bei dem Priester Tron auf und aufgrund des Bürgerkrieges
entschied Tron sich dazu das Kind von Viken am Oslofjord zum Birkebeiner-König
Inge zu bringen, der nach dem plötzlichen Tod von Håkon
Sverresson im Jahre 1204 die Macht kurzerhand übernommen hatte.
Der Priester Tron und das Kind reisten um die Weihnachtszeit 1205
in Richtung Norden. Am Heiligabend kamen Sie nach Hamar, doch Tron
vertraute nicht dem dortigen Bischoff Ivar und reiste deshalb am
2. Weihnachtstag zusammen mit 3 Schlitten weiter nach Lillehammer,
wo er dann die restlichen Weihnachtstage heimlich auf einem kleinen
Hof verbrachte.
Ende Januar 1206 brachen Sie dann zur Weiterreise auf. Anstatt weiter
nördlich durch das Gudbrandstal zu reisen, entschieden Sie sich
für den anstrengenden Weg über das Gebirge in Richtung Østerdalen.
Auf diesem Winterritt machten Sie Bekanntschaft mit dem wunden Unwetter,
Frost und Schneesturm und es grenzte fast schon an ein Wunder, dass
ein kleines Kind diese Strapazen überstehen konnte. Übernachten
mussten die Reisenden unter Bäumen und in Aushöhlungen. Warscheinlich
führte deren Weg am Nevelvannet bei Nordseter vorbei in Richtung
Koppang im Stor-Elvdal. Bis Trondheim waren es fast 500 Kilometer.
Die Geschichte der Birkebeiner, die den Königssohn Håkon
Håkonsson über das Gebirge nach Østerdalen brachten,
setzt den Hintergrund für das Stadtwappen von Lillehammer. Es
zeigt einen Birkebeiner aus dem Hochmittelalter auf Skiern, der ein
Kind vor die Brust geschnallt hat.
Alte Namen und die Geschichte der Bauernhöfe
In Norwegen gibt es ungefähr 50.000 alte Bauernhöfe, die
eigene Namen haben, fast jeder dieser Höfe hat bis zu 100 verschiedene
Namen, somit gibt es fast 5 Millionen Ortsnamen im Lande. Die Namensforscher
haben in den letzten Jahren versucht, diese Namen zu übersetzen,
um diese in Namensklassen einzuteilen und um zu bestimmen, wie alt
diese Höfe sind. Die ältesten Namen der Höfe enstanden
aus Naturnamen, wie Tal oder Berg, oder Namen, die die gleiche Bedeutung
wie Hof haben (Bø). Ein hof in Lillehammer, der das Wort Bø beinhaltet
ist der Bøgård in Vingrom. In Fåberg, nördlich
von Lillehammer liegen viele Höfe mit ähnlichen Namen.
Die Wahl des Wohnsitzes war nicht zufällig. Einzelne Landbesitzer,
bauten bereits im frühen Steinzeitalter Korn an, doch die ältesten
Namen stamen bereits aus dem Bronze und aus der späten Eisenzeit.
Fast alle alten Höfe liegen dort zentral, wo der Boden am besten
ist, meistens direkt an einem Wasserfall. Ohne frischen Wasserzufluss
war es unmöglich Tiere zu züchten und Ackerbau zu betreiben.In
der Jørstadhöhe gibt es viele solcher natürlichen
Wasserquellen. Die ältesten Höfe rund um Fåberg liegen
zudem nicht meistens zwischen 150 und 300 Meter über dem Meeresspiegel.
In den Nachbargemeinden Øyer und Gausdal liegen die Höfe
zudem meistens auf der Sonnenseite. Das hat viele Vorteile, unter anderem
konnte man die Wärme der Sonne den ganzen Tag und am Abend nutzen
um die Hütte warm zu halten. Fåberg liegt zudem sehr günstig
im Verhältniss zu grossen Fischreserven. Es ist zu vermuten, das
die ältesten Höfe nahe am Fluss die Kontrolle über die
besten Angelplätze hatten.
Die Pest und Plage
Die Geschichtsbücher haben uns über viele Generationen die
Geschichte des schwarzen Todes der Pest vermittelt. Diese kam 1349
mit einer Kogge aus England nach Bergen. Die Pest breitete sich rasch über
den Rest des Landes ausund war bereits im September des gleichen Jahres
in Trondheim angekommen. Bis zum Herbst war die Pest auch in anderen
Landesteilen angekommen. Den Berechnungen nach starben bis zu 80 Menschen
täglich in den Städten und wurden zu den Kirchen des Landes
gebracht. Vom inneren Vestlandsfjord war der Weg zum Østlandet
nicht weit. Von Norwegen aus verbreitete sich die Pest teilweise bis
nach Schweden und wütete hier 1349 – 1350. Island und Grönland
wurden weitgehend verschont, da die Schiffe, die dorthin unterwegs
waren, nie so weit kamen. Vielleicht brach die Pest im Gebiet von Oslo
schon um 1348 aus. Von hieraus verbreitete sie sich schnell in richtung
Lillehammer.
Doch genau genommen kam das ganze schon 2 Jahre davor aus Asien nach
Europa über die Handeslrouten zwischen dem Mittleren Osten und
den Ländern am Mittelmeer. Die Bakterien, die die Pest übertrugen
stammten von Ratten und anderen Nagetieren. Diese Krankheit hatte lange
Zeit vornehmend in grossen unterirdischen Rattenkolonien in grossen
Teilen von Zentral-Asien überlebt. Somit schrumpfte auch die Bevölkerungzahl
rund um Lillehammer schnell zusammen, alle sozialen Grupperungen waren
davon betroffen. Bis zum Jahre 1590 stagnierten die Bevölkerungszahlen
und schien dann wieder schneller anzusteigen. Aufgrund der geringeren
Bevölkerungszahl, sank auch die landwirtschaftliche Produktionsmenge
rapide. Auch die Nachfrage nach neuen Landflächen sank, da die
Preise für Landflächen aufgrund des geringen Bedarfes nach
unten gingen.
Vom Zahnarzt bis zum Museum - Das Museum Maihaugen
Maihaugen museum
Der Zahnarzt Anders Sandvig kam am 11.Mai 1862 auf dem Hof Hostad im
Romsdal zur Welt. Der Hof der Familie lag an der Küste und wird
in den Kirchenbüchern mit einem K am Ende des Namen zitiert. Später
schreib Sandvig seinen Namen jedoch mit einem ”G”: Im Jahre
1885 bestimmte er sich nach Lillehammer zu ziehen um hier eine Zahnartzpraxis
zu eröffnen. Er startete mit einem geliehenen Frack und einem
10 Kronen Schein als Startkapital und ein paar Gegenständen, die
er besass. Aber was brachte Sandvig dazu nach Lillehammer zu ziehen
? Schon damals hatte Lillehammer einen guten Ruf und die Luft sollte
hier besonders Ozon-haltig sein, eine Tatsache, die als günstig
für Menschen mit Lungenkrankheiten eingeschätzt wurde. Deshalb
fuhr er hierher. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinen Zahnarzt in
Lillehammer und im ganzen Gudbrandstal.
Die Zeit von 1870 war von einer ökonomischen Krise auf Landesebene
geprägt. Die Bevölkerungszahl schrumpfte auf 1676 Personen
im Jahre 1865 und 1560 im Jahr darauf. Als Sandvig nach Lillehammer
zog, war die Bevölkerungszahl fast so niedrig, wie noch 20 Jahre
zuvor., nämlich 1686 Einwohner. Die beginnende Industrieallisierung
hatte mit Problemen zu kämpfen. 1885 musste die Baumwollspinnerei
seinen Betrieb wieder einstellen, da man keine weiteren Lichtpunkte
mehr sah.
Auch wenn einzelne Personen Sandvig eine wenig gute Zukunft als Zahnarzt
vorhergesagt hatten, lief es brauchbar. Auch wenn er aufgrund seiner
Krankheit nicht stark genug war, wurde die Praxis jeweils 2 Stunden
am Vormittag und eine am Nachmittag geöffnet. Dennoch hatte er
genug zu tun und verdiente bald genug, um einen Teil seiner Schulden
begleichen zu können. Auch hatte er sehr viel Freizeit und konnte
nebenbei viel lesen. In dieser Zeit begann er auch Dinge zu sammeln.
Als Antiquitäten-Sammler wqar Sandvig nicht alleine in Lillehammer.
Auch viele andere Privatpersonen sammelten alte Gegenstände.
Viele erkannten zu dieser Zeit den wahren Wert solcher alten Gegenstände.
Einer seiner ersten Gegenstände war eine alte Altartafel aus der
Kreuzkirche in Lillehammer, die 1882 abgerissen wurde. Im Sommer 1887
begann dann der Auftakt für die ersten Sammlungen für das
was später die Sandvigschen Sammlungen werden sollte. Sandvig
reiste in nördliche Richtung durch das Gudbrandstal um alte Gegenstände
zu sammeln. Es war auf dieser Tour, als er den seltenen Apostelkrug
aus Sel für rund 25 Kronen erwarb.
Es war ein aus Holz geschnitzter Krug aus dem Jahre 1768 mit sechs
verschiedenen Bilder unter anderem von Jesus Kindheit. Um alle Gegenstände
mit nach Hause nehmen zu können leihte er sic heinen Lastkarren
und auf dem Heimweg nahmen sie einige Abstecher um noch mehr Gegenstände
zu erwerben. Sandwig sass auf einem grossen Heusack, um sich herum
zahlreiche Gegenstände, von denen er nicht einmal davon träumte,
dass diese die Grundlage für das spätere Museum werden sollten.
Anders Sandvig kaufte Gegenstände, solange es der Geldbeutel zuliess.
Im Herbst 1887 bekam er einen alten Schrank aus dem Jahre 1600. Nach
einigen Jahren begann die Bevölkerung einzusehen, dass Sandvig
einen guten Zeitpunkt für seine Sammlungen gewählt. Es zeigte
sich, dass das Gudbrandstal ein dankbareres Wirkungsfeld für einen
Sammler war. Denn es gab keine anderes Tal im Land, welches soviele
historische Erinnerungen und alte Gegenstände beherbergte.
Auch die Zeitungen waren zu dieser Zeit eine grosse Hilfe. Sowohl
die lokale, als auch die landesweiten Zeitungen schrieben nun über
den Zahnarzt aus Lillehammer und seine Sammelleidenschaft. Trotzdem
war es ein langer Schritt von alten Gegenständen bis hin zu ganzen
Häusern. Für ein Haus benötigte man nicht nur Grund
,sondern auch eine Möglichkeit dieses dorthin transportieren zu
können und eine gewisse Administration um dieses durchführen
zu können. Diese alles muss Sandvig in Betracht gezogen haben,
als er 1894 die Lykrestua kaufte. Es war nicht ungewöhnlich alte
Rundholzhütten an einem anderen Ort wieder aufzustellen. Im Jahre
1894 war er dann mal wieder auf einer seiner kombinierten Praxis- und
Sammeltouren im Gudbrandstal unterwegs. In Lom hörte er von einer
alten Stube auf einem Hof in Sjåk und fuhr gleich dorthin. Es
war die Lykrestua. Anders gefiel dieser alte Speicher sofort, dass
er ihn kaufte. Hier würde er viel Platz für seine alten Gegenstände
haben. Das war der Anfang. Bereits drei Jahre später 1897 kaufte
er nach einer Bekanntmachung in der Zeitung die Myttingstua in Ringebu.
Die Kaufsummer dafür konnte er zinsfrei von dem Kaufmann Olsen-Berg
leihen. Die Myttingstua aus Ringebu, war das erste 2-stöckige
Haus, welches Sandvig kaufte. Dieses stattliche Gebäude aus dem
1600 Jahrhundert hatte es ihm angetan. Doch im Gudbrandstal befanden
sich noch viele weitere Gebäude mit einem hohen kulturhistorischen
Wert.
Um 1900 begann Sandvig dann mit den ersten Führungen durch seine
Schatzkammer. Der Eintritt kostete 25 Øre und anfangs führte
er die Besucher selber durch seine Sammlungen, meistens in seiner Mittagspause.
Als die sechs alten Gebäude ihren Platz rund um die Zahnartzvilla
gefunden hatten, arrangierte Sandvig ein grosses Fest für seine
treuen Helfer und Freunde. Das war im Jahre 1902. Die Veranstaltung
erregte ein gewisses Aufsehen und so schreiben gleich mehrere Zeitungen
darüber.
Ende 1890 dachte Sandvig darüber nach seine Sammlungen an die
Gemeinde Lillehammer zu verkaufen, da diese über grössere ökonomische
Mittel verfügten. Obwohl einige der Bürgermeister aus dem
Tal diesen Vorschlag unterstützten, wurde dieser 1900 abgewiesen.
Viele andere Interessenten, sogar aus Oslo tauchten nun auf. Doch es
war die Gesellschaft für Lillehammers Stadt, die sich der Sache
nun annahn. Drei Alternativen für den neuen Standort des zukünftigen
Museums standen zur auswahl. Der Umzug sollte innerhalb von 3 Jahren
von Statten gehen und man einigte sich für den Standort auf dem
Maihügel, dem heutigen Maihaugen. Im Sommer 1903 begann man mit
den Vorbereitungen. Sandvig leitete die Arbeiten selbst, neben seiner
Arbeit als Zahnarzt. Die letzten Führungen an der Villa von Sandvig
endeten im September 1903, bereits im darauf kommenden Jahr fanden
die ersten Führungen im neuen Museum statt. Unten in der Stadt
hatte Sandvig nun wieder einen eigenen Garten, wie alle anderen Hausbesitzer.
1904 wurden die Sandvigschen Sammlungen dann für das Publikum
geöffnet. Nach und nach kamen neue Gebäude dazu und selbst
eine Stabkirche überstand den Umzug aus Garmo und ist das heutige
Wahrzeichen des Museums. Maihaugen ist heute neben den olympischen
Anlagen eine der wichtigsten Museen in Lillehammer und im Lande.
Lillehammer eine Weltstadt und die Olympischen Spiele 1994
Lillehammer 1994
Wolfgang Müller, ein in Deutschland geborener Reiseverkehrskaufmann
hatte den Gedanken über Spiele in Lillehammer bereits in den
70-er Jahren. Diese Stadt und deren Umgebung mussten ein passender
Ort für Winterspiele sein. Doch diese Idee zu verwirklichen
wagte der Outsider, der in Lillehammer lebt nicht. Der Beschluss
für die Vergabe der Winterspiele 1998 in Calgary war gefallen,
Falun in Schweden hatte verloren. Der Präsident des norwegischen
olympischen Komitees war enttäuscht, der einzige Ort in Skandinavien,
den er sich vorstellen konnte, war Lillehammer. Die Notwendigkeit
von konzentrierten Spielen an einem Ort, war ein wichtiges Argument
gegen Falun. Der Bürgermeister Knut Korsæth hatte gerade
die Nachrichten verfolgt, als das Telefon klingelte. Es war der Disponent
Per Aspesletten der Gesellschaft Mesna Rotary, der zusammen mit seinem
Freund Wolfgang Müller im Hotel Kronen sas sund nun offenkundig über
sein Idee sprechen wollte. Es war wild – ”Willst Du Teil
einer wilden Sache werden ?” fragte Aspesletten. Korseæth’s
erste Reaktion war, dass ist ja wild ”Der Bürgermeister
in mir sagt nein, doch der Sportsmann in mir sagt ja zu dieser Idee.
Doch Korsæth war dabei unter der Bedingung von höchster
Geheimhaltung. Nicht mal die Familien sollten etwas davon wissen. Der
König wurde kontaktiert und seine Antwort war eindeutig ”Legt
mal los Jungs” Nun brauchte man also Mitspieler um die Idee von
Winterspielen in Lillehammer verwirklichen zu können. Ein früherer
Olympiagewinner musste also her – Håkon Brusveen. Auch
eine wichtige Sache war die Finanzielle Seite. Der administrierende
Bankdirektor in der Gudbrandstal Sparebank Ole Sjetne wurde eingeweiht
und sagte zu. Die Idee war geboren und konnte nun verwirklicht werden.
Doch es gab nicht nur Befürworter der Spiele. Es entbrannte eine
lokale Diskussion über den Sinn. Die Sportorganisationen unterstützten
natürlich die Pläne. Kritikk kam von Arne Skouen in der landesweiten
Zeitung Dagbladet: War es eine Olympiastadt, die die Allgemeinheit
brauchte ? Ausserdem gehört Lillehammer und deren Umgebung zu
einer der wertvollsten Kulturlandschaften im Lande. Auch von der Vereinigung
Jugend und Natur kam nichts positives: Olympische Spiele - der falsche
Weg. Die Kampagne sammelte sogar 1.000 Unterschriften gegen die Spiele
und veröffentlichten Anzeigen in den lokalen Tageszeitungen. Doch
am 2. Juni 1983 stimmten 42 der 55 Gemeinde-Führungsrepräsentanten
dafür – Lillehammer sollte sich melden und Interesse zeigen.
Nun konnte das Produkt Lillehammer in der Welt angepriesen werden.
Eine staatliche Kostenübernahme-Garantie von 1,5 Milliarden Kronen
war vorhanden. Kompakte Spiel in einer Kleinstadt – die füir
Olympische Spiele wie geboren war…Das Gesuch wurde vorgelegt
und ein Brief vom König und Staatsminister lag den Unterlagen
bei. Nun reiste der Name Lillehammer erstmals um die Welt und man bewarb
sich um die Austragung der Spiele 1992. Diese jedoch gingen im Oktober
1986 in Lausanne an Albertville in den französischen Alpen. Viele
waren der Meinung es wäre ein abgesprochene Sache gewesen. Lillehammers
vierter Platz mit 11 Stimmen wurde als ein halber Sieg verbucht. Doch
neue Perspektiven waren in Sicht, da der Zyklus der Spiele ab 1994
verändert werden sollte, so dass bereits 2 Jahre nach Albertville
schon wieder Winterspiele stattfinen sollten. An den Plänen änderte
sich nicht viel. Wichtig war es, dass man mit dem Bau der Anlagen begann,
um zu zeigen das man es Ernst meinte. Auch von der Seite des Staates
erfolgte nun mehr Unterstützung, auch wenn man sich keinen grossen
Erfolg ausmahlte. Gro Harlem Brundtland reiste nach Seoul, wo die Abstimmung
für die Vergabe der Spiele 1994 stattfinden sollte. Und dann platzte
die Bombe: ”The decsion is Lillehammer” – eine grosse Überraschung
mit einem riesigen gefolgten Jubel. Doch es war noch ein weiter Weg,
viele Probleme mussten ab jetzt gelöst warden, denn es drehte
sich nicht nur um die Durchführung der Spiele sondern auch um
die Zukunft der Kleinstadt Lillehammer. Ideen musster nun her.
16 Tage im Himmel
Die Spiele von Lillehammer waren einfach und genial. Die gebauten
Gebäude waren aus Honigkuchen, der Schnee in Wirklichkeit aus
Eiskreme. Es waren magische Tage; 2000 Teilnehmer aus 67 Nationen
in 61 Disziplinen und über 2 Millionen Zuschauer und ein Volkfest
für Milliarden von Fernsehzuschauer. Die besten Spiele aller
Zeiten, die Lillehammer auf die Weltkarte brachten. |